Glossar



A

ASSET SERVICES

Von Clearstream angebotene Services, z. B. Umsetzung von Kapitalmaßnahmen, Dividendenzahlungen oder Steuerdienstleistungen.

B

BLOCKCHAIN

Öffentliches Transferprotokoll, ursprünglich für den Handel der digitalen Währung „Bitcoin“ entwickelt; besteht im Kern aus einem elektronischen, dezentralisierten Register aller Transaktionen, das offenliegt und sich laufend mit einander validierenden Transaktionen („Blocks“) fortschreibt.

C

C7

IT-Infrastruktur von Eurex Clearing, die die Abwicklung von börsennotierten und OTC-Produkten (sowohl für Derivate als auch für Cash) auf einer einheitlichen Architektur realisiert. Kunden werden beim Clearing durch verschiedene Geschäfts- und EMIR-konforme Segregationsmodelle unterstützt, basierend auf konfigurierbaren Kontenstrukturen. C7® ist Teil der 7 Market Technology®.

CCP

Central Counterparty (deutsch: zentrale Gegenpartei, zentraler Kontrahent, Clearinghaus). Institution, die nach Abschluss eines Handelsgeschäfts rechtlich als Käufer oder Verkäufer zwischen die handelnden Parteien tritt, gegenläufige Verpflichtungen aufrechnet (Netting), das Ausfallrisiko einer Vertragspartei absichert (Margining und Collateralisation) sowie alle für die finale Abrechnung notwendigen Prozessschritte (Clearing) durchführt.

CEINEX

China Europe International Exchange. 2015 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der Shanghai Stock Exchange, der Deutschen Börse und der China Financial Futures Exchange. Der neue Marktplatz ist die erste und einzige autorisierte Handelsplattform für Finanzinstrumente in Renminbi (RMB) außerhalb Chinas.

CLEARING

Abrechnung (Auf- und Verrechnung) von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wertpapier- und Termingeschäften (Netting); Ermittlung der bilateralen Nettoschuld von Käufer und Verkäufer.

COMMERCIAL PAPER

Am Geldmarkt gehandelter Schuldtitel mit kurzer bis mittlerer Laufzeit (zumeist unter einem Jahr), der von Emittenten mit hoher Bonität zur Finanzierung ihres kurzfristigen Kapitalbedarfs ausgegeben wird. Für Emittenten sind Commercial Paper ein flexibles und individuell zu gestaltendes Finanzinstrument; Käufer profitieren von attraktiven Konditionen für kurzfristig angelegte Gelder.

CSD

Central Securities Depository (deutsch: Zentralverwahrer, Wertpapiersammelbank). Die Clearstream Banking AG fungiert u. a. als staatlich anerkannte deutsche Wertpapiersammelbank im Sinne des Depotgesetzes. Für in- und ausländische Wertpapiere bietet sie umfangreiche, dem Handel nachgelagerte Dienstleistungen an, zum einen als Zentralverwahrer für girosammelverwahrfähige Wertpapiere und zum anderen als Zwischenverwahrer für sonstige Wertpapiere.

CSD-R

Central Securities Depository Regulation (deutsch: Regulierung für Wertpapierzentralverwahrer). Die CSD-R führt zu einer Harmonisierung der Wertpapierabwicklungssysteme und der Aufsichtsregeln für Zentralverwahrer in Europa. Die Bestimmungen werden voraussichtlich ab März 2017 zur Anwendung kommen.

CUSTODY

Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren für andere. Für jeden Kunden wird ein Depot (ähnlich dem Konto im Geldverkehr) eingerichtet. Aus den Depotinformationen gehen Arten, Nennbeträge oder Stückzahlen, Nummern usw. der verwahrten Papiere sowie Name und Adresse des Kunden hervor.

D

Bank oder Finanzdienstleister, der auf Anfrage oder eigene Initiative verbindliche Kauf- und Verkaufspreise für bestimmte Wertpapiere in das Orderbuch stellt und so die Handelbarkeit des Wertes steigert.

DEVISEN

Forderungen auf ausländische Währungen. Sie können aus Guthaben oder Schecks auf ausländische Währungen bestehen.

E

EMIR

European Market Infrastructure Regulation. Die Verordnung zur Regulierung von OTC-Derivaten, zentralen Kontrahenten (CCPs) und Transaktionsregistern hat zum Ziel, die Sicherheit und Integrität innerhalb des außerbörslichen Derivatemarktes durch die Förderung von Transparenz und Reduzierung der Risiken zu erhöhen. Die Regulierung führt zu diesem Zweck u. a. die Clearingpflicht für zum Clearing geeignete OTC-Derivatekontrakte und Maßnahmen zur Reduzierung des Gegenparteiausfallrisikos und des operationellen Risikos für nicht über CCPs verrechnete OTC-Derivate sowie eine Meldepflicht für alle Derivate ein. Ferner legt die Regulierung allgemeine Anforderungen für CCPs und Transaktionsregister fest.

ESG-KRITERIEN

ESG = Environment, Social, Governance (deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Die Zusammensetzung von ESG-Indizes wie dem STOXX® ESG Global Leaders Index folgt diesen drei Auswahlkriterien.

ETF

Exchange Traded Fund (deutsch: börsengehandelter Indexfonds). Fortlaufend an der Börse handelbarer Fondsanteil mit unbegrenzter Laufzeit, dessen Wertentwicklung dem zugrunde liegenden Index folgt.

F

FINTECH

Schachtelwort aus „Financial Technology“ (deutsch: Finanztechnologie). Finanztechnologie bezeichnet neuartige Lösungen von Anwendungssystemen, die eine Neu- oder Weiterentwicklung im Finanzdienstleistungsbereich darstellen.

FX

Foreign Exchange (deutsch: Fremdwährung). Devisen

G

GLOBAL LIQUIDITY HUB

Integrierte Lösung für das Risiko- und Liquiditätsmanagement, die im Clearstream-Geschäftsfeld GSF der Gruppe Deutsche Börse angesiedelt ist. Der Global Liquidity Hub bietet integrierte Dienstleistungen in den Bereichen Wertpapierleihe und Sicherheitenmanagement (Collateral Management) für eine Reihe von Anlageklassen an, darunter festverzinsliche Wertpapiere und Aktien. Über den Global Liquidity Hub können Kunden u. a. ihre Margin-Verpflichtungen gegenüber zentralen Clearinghäusern erfüllen und weltweit Exposures abdecken.

GRI

Global Reporting Initiative. Unabhängige gemeinnützige Organisation, die in Kooperation mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) Richtlinien für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten veröffentlicht. Die Grundlage einer Berichterstattung nach GRI ist Transparenz, das Ziel eine Standardisierung und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsinformationen.

GSF

Global Securities Financing (deutsch: globale Wertpapierfinanzierung). Geschäftsfeld des Segments Clearstream der Gruppe Deutsche Börse, das die automatisierte Wertpapierleihe sowie die Verwaltung der Sicherheiten (Collateral Management) umfasst.

H

HYBRIDANLEIHE

Eigenkapitalähnliche, nachrangige Unternehmensanleihe mit sehr langer Laufzeit oder ohne Laufzeitbegrenzung, die sowohl Eigenschaften von Aktien als auch von Anleihen aufweist und einen hohen Zinssatz bietet.

I

ICSD

Internationaler CSD

IPO

Initial Public Offering (deutsch: Börsengang). Bei einem IPO bietet ein Unternehmen Aktien erstmalig öffentlich an und geht damit an die Börse.

L

LIQUIDITÄT

Marktsituation, bei der ein Wertpapier auch in größeren Mengen ohne größere Preissprünge ver- und gekauft werden kann. Wichtiges Kriterium für die Beurteilung der Marktqualität im Wertpapierhandel und damit ein entscheidender Faktor im Wettbewerb der Marktplätze.

LISTING

Börsennotierung eines Wertpapiers bzw. von Wertpapieremittenten. An der Börse Frankfurt können Emittenten zwischen vier Transparenzstandards für ihr Listing wählen: Prime Standard, General Standard, Entry Standard und Open Market.

M

MAD

Market Abuse Directive. EU-Richtlinie zu strafrechtlichen Sanktionen bei Marktmanipulation. Die überarbeitete Marktmissbrauchsrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedstaaten, einheitliche strafrechtliche Sanktionen für schwerwiegende Fälle von Insiderhandel und Marktmanipulation festzulegen, die vier bzw. zwei Jahre nicht unterschreiten.

MAR

Market Abuse Regulation. EU-Verordnung zur Bekämpfung von Marktmissbrauch. Die neue MAR soll zur Verbesserung der Marktintegrität und zur Stärkung des Anlegerschutzes beitragen. Das bestehende Regelwerk wird hierzu auf neue Handelsplätze, Finanzinstrumente und Handelsstrategien ausgedehnt und findet künftig auch auf Transaktionen Anwendung, die außerhalb regulierter Märkte (OTC) stattfinden. Die Gruppe Deutsche Börse verfügt über bewährte Verfahren zur Überwachung des Handelsgeschehens und begrüßt daher, dass europaweit einheitliche Vorschriften für die Bekämpfung von Marktmissbrauch und Insiderhandel geschaffen werden. Die neuen Regelungen werden ab Juli 2016 zur Anwendung kommen.

MIFID

Markets in Financial Instruments Directive. EU-Richtlinie, die den Rechtsrahmen für das Erbringen von Wertpapierdienstleistungen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten (wie Vermittlung, Beratung, Handel, Portfolioverwaltung, Übernahme von Emissionen) bildet. Sie gilt für Banken und Wertpapierfirmen sowie für Betreiber von geregelten Märkten (u. a. Börsen). Ziel ist die Förderung der Integration, Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz der EU-Finanzmärkte.

MIFID II

Bezeichnung für die Überarbeitung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID). Die überarbeitete Richtlinie trat im Juni 2014 in Kraft und wird voraussichtlich ab Januar 2018 zur Anwendung kommen. Die neuen Regeln sollen Transparenz, Effizienz und Integrität der Märkte stärken und Anleger besser schützen. Die Richtlinie enthält Regeln über Zulassung und Tätigkeit von Wertpapierfirmen und regulierten Handelsplätzen, Vorkehrungen zur Festlegung und Überwachung von Positionslimits bei Warenderivaten sowie Vorgaben für Datenbereitstellungsdienste.

MIFIR

Markets in Financial Instruments Regulation. EU-Verordnung, die die Richtlinie MiFID II ergänzt und voraussichtlich ab Januar 2018 zur Anwendung kommen wird. Umfassende Berichtspflichten sollen die Transparenz im Aktien-, Anleihen- und Derivatebereich erhöhen und Schlupflöcher bei außerbörslichen Transaktionen schließen. Die Einführung einer Handelsplatzpflicht für Aktien und Derivate sorgt dafür, dass künftig mehr Transaktionen über regulierte Handelsplätze ausgeführt werden. Das neue Regelwerk enthält auch Vorgaben für den Zugang zu zentralen Gegenparteien, Handelsplätzen und Benchmarks. Außerdem sind Vorgaben für sog. Market Maker (Liquiditätsspender) und Teilnehmer am algorithmischen Handel enthalten.

O

OTC

Over the counter (deutsch: außerbörslich). Bezeichnung für Transaktionen zwischen zwei oder mehr Handelspartnern, die nicht auf einem regulierten Markt ausgeführt werden.

P

PEOPLE PRINCIPLES

Fünf Leitlinien, die die Unternehmenswerte der Gruppe Deutsche Börse auf die Ebene des persönlichen Verhaltens heben und die Erwartungen an ein kollegiales und professionelles Miteinander bei der Gruppe beschreiben: Respekt, Teamarbeit, Anerkennung, Ergebnisorientierung, Kundenorientierung.

PRE-IPO

Deutsch: vorbörslich. Phase, in der sich junge Wachstumsunternehmen auf den Börsengang vorbereiten.

Q

QE

Quantitative Easing (deutsch: quantitative Lockerung, monetäre Lockerung). Im März 2015 aufgelegtes Programm der Europäischen Zentralbank zum Ankauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren mit dem Ziel, durch eine Erhöhung der Geldmenge die Liquidität in den Märkten weiter zu steigern und einer Deflation vorzubeugen. Das QE-Programm der EZB wird in seiner derzeit geplanten Laufzeit bis März 2017 andauern. QE wird weltweit als Instrument von Zentralbanken genutzt, um Krisensituationen abzuwenden – so auch bereits von der Federal Reserve, der Bank of England und der Bank of Japan.

S

SETTLEMENT

Abwicklung, d. h. Abschluss und Erfüllung eines Finanzgeschäfts. Übertragung der gehandelten Papiere und des Geldes vom Verkäufer auf den Käufer und umgekehrt. Innerhalb der Gruppe Deutsche Börse übernimmt Clearstream diese dem Handel nachgelagerte Aufgabe.

T

T2S

TARGET2-Securities. Initiative zur Schaffung einer gemeinschaftlichen Plattform für die Übertragung von Wertpapieren innerhalb des Euroraums. Diese Abwicklungsplattform soll die Kosten im grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäft des Euroraums reduzieren und von der EZB betrieben werden. „TARGET“ steht für „Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System“.

T7

IT-Architektur, die die Grundlage für die Handelssysteme der Terminbörsen der Gruppe Deutsche Börse Eurex und International Securities Exchange bildet. Sie wird auch bei der Bombay Stock Exchange eingesetzt. T7® gründet sich auf eine Hochleistungs-Messaging-Architektur, die minimale Latenz bei höchster Zuverlässigkeit bietet. T7 ist Teil der 7 Market Technology®.

V

VOLATILITÄT

Maß für die Intensität der Schwankungen eines Wertpapierkurses oder eines Index um den eigenen Mittelwert in einem bestimmten Zeitraum.

W

WERTPAPIERLEIHE

Übertragung von Wertpapieren eines Verleihers gegen ein Entgelt und unter der Bedingung, dass der Entleiher die Wertpapiere in derselben Art, Qualität und Menge an den Verleiher zum Ende einer vereinbarten Frist zurückgibt. Clearstream bietet mit GSF einen Service für die Wertpapierleihe.