verantwortung - Corporate Governance



Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist das zentrale Aufsichtsgremium einer Aktiengesellschaft. Er überwacht den Vorstand und berät diesen bei strategischen Fragen. Bei der Deutschen Börse setzt sich der Aufsichtsrat aktuell aus zwölf Mitgliedern zusammen. Mit der geplanten Umwandlung des Unternehmens in eine europäische Gesellschaft (Societas Europaea, SE) wird unser Aufsichtsrat internationaler werden. Ausführliche Informationen zur Arbeit unseres Aufsichtsrats im Jahr 2015 finden Sie im Bericht des Aufsichtsrats, der Erklärung zur Unternehmensführung und dem Corporate Governance-Bericht (alle im Finanzbericht 2015).

Compliance

Unter Compliance versteht man das Handeln in Übereinstimmung mit geltenden Regeln und Gesetzen; es ist ein wesentlicher Aspekt guter Unternehmensführung. Für die Gruppe Deutsche Börse als global tätigen Dienstleister in der Finanzbranche sind strengste Complianceregelungen selbstverständlich – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch auf den von uns betriebenen Märkten. Nur so können wir die Integrität der Märkte und damit die Interessen aller Marktteilnehmer wahren. Daher ist Compliance zentral für unser tägliches Handeln. Mehr zu Compliance bei der Gruppe Deutsche Börse erfahren Sie im Interview mit James Freis.

Entsprechenserklärungen

Gute Unternehmensführung und verantwortungsvolles Handeln sind kein Zufall. Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) und der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) sind wesentliche Bestandteile unserer Unternehmenskultur. In den Entsprechenserklärungen zu DCGK und DNK machen wir transparent, wie wir die Bestimmungen dieser Kodizes einhalten. Dazu kommen internationale Richtlinien: der United Nations Global Compact und die Standards der International Labour Organisation. Unsere Dienstleister und Lieferanten haben sich einem Code of Conduct verpflichtet und für alle Mitarbeiter gilt ein gruppenweiter Code of Ethics. Näheres hierzu ist in der Erklärung zur Unternehmensführung im Finanzbericht 2015 nachzulesen.

Frauen in Führungspositionen

Im Rahmen des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen hat der Aufsichtsrat der Deutsche Börse AG beschlossen, den bisherigen Frauenanteil beizubehalten: Er liegt bei 20 Prozent im Vorstand und 33,33 Prozent im Aufsichtsrat. Für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands ist vorgesehen, den bisherigen Frauenanteil von 6 Prozent auf der ersten Führungsebene und 10 Prozent auf der zweiten Führungsebene beizubehalten. Die Zielgrößen beziehen sich auf die Deutsche Börse AG ohne Tochtergesellschaften und gelten bis 30. Juni 2017. Für Details siehe den Abschnitt „Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“ im Finanzbericht 2015.

Gruppenweite Organisation

Innovation, Marketing und Vertrieb sind seit dem Jahreswechsel 2015/2016 gruppenweit organisiert. So können wir unsere Angebote besser aus dem Bedarf unserer Kunden heraus entwickeln und die passenden Produkte schneller zum Kunden bringen. Das stärkt die Position der Gruppe als verantwortungsbewusster und vertrauenswürdiger Partner auf den globalen Finanzmärkten – für Buy-Side- und Sell-Side-Akteure, für andere Infrastrukturanbieter sowie für Politik und Regulatoren.

Investoren

Unsere Investoren kommen aus aller Welt, wobei institutionelle Investoren mit einem Anteil von 95 Prozent die deutliche Mehrheit stellen. Aber auch für Privatanleger ist die Aktie der Deutschen Börse ein lohnendes Investment: Seit dem erstmaligen öffentlichen Angebot der Aktie im Jahr 2001 konnten Investoren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,4 Prozent erzielen – zum Vergleich: Ein Investment in DAX® hätte eine Durchschnittsrendite von 3,5 Prozent im gleichen Zeitraum erzielt. Wir kommunizieren transparent und vertrauensvoll mit unseren Aktionären: Auf dem jährlichen Investor Day informieren wir sie ausführlich über aktuelle strategische Entwicklungen und Projekte. Mehr Informationen zur Investorenarbeit der Deutschen Börse finden Sie auf www.deutsche-boerse.com/ir.

Kapitalallokation

Die Gruppe Deutsche Börse überprüft laufend ihr Geschäftsportfolio. Überdurchschnittliches Wachstum ist dabei die Messlatte – allerdings nur, wenn es nachhaltig Wert(e) schafft: Wir wollen weiterhin bei viel versprechenden und zur Strategie passenden Optionen anorganisch wachsen – also durch Zukäufe oder Fusionen. Andererseits fördern wir das unternehmerische Denken intern und sind auch zu Ausgründungen bereit. Wenn sich Initiativen aber mittelfristig als wenig erfolgreich und nicht nachhaltig Wert schaffend herausstellen, beenden wir sie.

Mitarbeiterengagement

Unsere ambitionierten Ziele können wir nur mit informierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verwirklichen: Der gruppenweite Ansatz, das Über-den-Tellerrand-schauen und die strikte Kundenorientierung brauchen Menschen, die sich für das gesamte Unternehmen und alle seine Kunden engagieren und neben den Aufgaben in ihrem Bereich auch die Potenziale für die anderen Teile der Wertschöpfungskette erkennen.

Nachhaltigkeit

Die Gruppe Deutsche Börse nimmt in ihrer Doppelrolle als Marktplatzorganisator und börsennotiertes Unternehmen ihre unternehmerische Verantwortung ganzheitlich wahr: Wir bekennen uns zum nachhaltigen Wirtschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ziel unserer gruppenweiten Nachhaltigkeitsstrategie ist die langfristige Stärkung des volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzens.

Qualifikation des Aufsichtsrats

Der Deutsche Corporate Governance Kodex verlangt, dass die Mitglieder des Aufsichtsrats ihre Aufgaben aufgrund ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen angemessen wahrnehmen können. Unsere Aufsichtsräte müssen daher neben dem Verständnis für kaufmännische Fragen auch fundierte Kenntnisse in den Themen Kapitalmarkt, Regulierung, Clearing, Settlement oder Risikomanagement mitbringen. Ausführliche Informationen zum Qualifikationsprofil finden Sie im Corporate Governance-Bericht im Finanzbericht 2015. Die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder ist ebenfalls essenziell, damit sie integer und entschlossen das Unternehmen führen können. Verflechtungen zu Personen und Unternehmen, die mit dem zu beaufsichtigenden Unternehmen in Beziehung stehen, können zu Interessenkonflikten führen. 2015 waren alle Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat unabhängig, wie im Bericht des Aufsichtsrats nachzulesen ist.

Stakeholder Engagement

Die Gruppe Deutsche Börse befindet sich im kontinuierlichen Austausch mit all ihren relevanten Stakeholdern. Deren unterschiedliche Blickwinkel auf unsere Handlungsfelder sind ein wesentlicher Impuls für die gruppenweite Ausrichtung des Unternehmens. Ausführliche Informationen zu unserem Stakeholder Engagement finden Sie auf www.deutsche-boerse.com/nachhaltigkeit.

Umwandlung in eine europäische Aktiengesellschaft

Als global agierendes europäisches Unternehmen mit deutschen Wurzeln soll die Deutsche Börse AG zu einer Aktiengesellschaft nach europäischem Recht (Societas Europaea, SE) umgewandelt werden. Vor allem der Aufsichtsrat wird internationaler werden, da auch Arbeitnehmervertreter von anderen Standorten einziehen werden – ein deutliches Signal, dass wir uns als ein internationales Unternehmen verstehen.

Vergütung des Vorstands

Zum 1. Januar 2016 haben wir ein neues Vergütungssystem für den Vorstand eingeführt. Es stärkt die langfristige, nachhaltige Komponente deutlich, indem es mehrjährige Bemessungsgrundlagen und Nachhaltigkeitselemente mit zeitlich gestreckten Auszahlungen kombiniert. Vorstandsmitglieder erhalten keine Anreize, unverhältnismäßige Risiken einzugehen. Zudem beteiligt das System den Vorstand nicht nur am Gewinn des Unternehmens, sondern stärker als bisher auch an den Risiken. Damit dient das neue Vergütungssystem auch der Angleichung der Interessen von Management, Aktionären und weiteren Stakeholdern. Eine detaillierte Erläuterung des neuen Systems können Sie auf unserer Website nachlesen.

Ziele

Die Gruppe Deutsche Börse muss und wird sich im internationalen Wettbewerb behaupten. Unser Ziel ist es, in allen Geschäftsbereichen international auf Platz 1 oder 2 zu kommen. Diesem übergeordneten Ziel dient unsere Wachstumsstrategie „Accelerate“. Mehr dazu im Artikel „Strategische Perspektiven“.