Tausche London gegen Singapur

verantwortung - Menschen und Standorte

Vier Mitarbeiter – sieben Standorte



Was ist eigentlich normal? Es kommt darauf an. Das wissen Frank Odendall, Valentina Popescu, Heidemarie Seltmann und Vassilis Vergotis. Die vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gruppe Deutsche Börse haben an mehreren Standorten des Konzerns gearbeitet und sind versiert im kulturellen Perspektivenwechsel.

Sie leben heute in Chicago, Eschborn, Luxemburg oder Singapur und waren für die Deutsche Börse zuvor in Frankfurt, London oder Prag tätig. Damit stehen sie stellvertretend für viele, die die Chance nutzen, innerhalb des Unternehmens international neues Terrain zu betreten. Mal war es die Neugier auf etwas Neues, mal ein spannendes Projekt, das die Kollegen dazu bewogen hat, ihre Zelte an einem Standort abzubrechen und an einen anderen zu gehen. Warum sie nach Luxemburg gewechselt ist? „Weil es in der Kantine geschnittene Mango gibt“, antwortet Heidemarie Seltmann und lacht. Das antwortet sie gern, bevor sie den wahren Grund erklärt: Sie bekam die Chance, eine neue Aufgabe im Qualitätsmanagement zu übernehmen und dort ihre Erfahrung aus dem Kundenservice einzubringen. Dass sie standortübergreifend in Luxemburg und Frankfurt arbeiten würde, motivierte sie zusätzlich. Vassilis Vergotis lockte die Herausforderung, in Chicago ein neues Geschäftsfeld mit aufzubauen. „Es war ein sehr dynamisches Umfeld. Wir mussten Entscheidungen schnell treffen, sind neue Wege gegangen und waren spontaner, als ich es aus Deutschland kannte“, blickt er zurück.

Heidemarie Seltmann

Core Markets Development, Business Consulting

Nationalität: deutsch
Luxemburg, seit 2007
Frankfurt, 2004 bis 2007

Vassilis Vergotis

Derivatives Markets Trading, Sales Americas

Nationalität: griechisch
Chicago, seit 2004
Frankfurt, 2000 bis 2004

Die Mitarbeiter der Gruppe Deutsche Börse zählen insgesamt 85 Nationalitäten, verteilt auf 38 Standorte in 30 Ländern. Damit sind die Mitarbeiter so vielfältig wie die Märkte, in denen sie tätig sind. Ihr kultureller Hintergrund, ihre Ausbildung und Lebenserfahrung bestimmen, an welchen Werten sie sich orientieren oder welche Erwartungen sie an ihr Gegenüber haben. Frank Odendall arbeitet in Singapur z. B. mit Kollegen aus Thailand, Malaysia, Großbritannien oder Deutschland zusammen. Das ist gelebte Vielfalt, jeden Tag aufs Neue. „Die Unterschiedlichkeit verstärkt sich, wenn Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammentreffen, etwa aus Europa und Asien, aber mir gefällt das sehr. Man lernt viel voneinander, weil jeder seine eigene Sicht- und Denkweise einbringt“, erklärt er.

Frank Odendall

Derivatives Product Development, Product R&D Fixed Income

Nationalität: deutsch
Singapur, seit 2015
London, 2011 bis 2014

Valentina Popescu

IT Infrastructure & Operations, Service Management

Nationalität: rumänisch
Eschborn, seit 2015
Prag, 2011 bis 2015

Das bunte Miteinander schärft den Blick für Gemeinsamkeiten, legt Unterschiede offen und fördert die Flexibilität. Frank Odendall hat etwa gelernt, sich in Geduld zu üben: In Asien brauche es einen etwas längeren Atem, um das Vertrauen von Kollegen und Kunden zu gewinnen. Und Heidemarie Seltmann stellte in Luxemburg fest, dass deutsche Kollegen bei Besprechungen darauf bedacht sind, schnell zum Punkt zu kommen, um eine Lösung zu finden, während frankophone Teammitglieder mehr ins Detail gehen und größeren Wert darauf legen, erst einmal alle Aspekte zu beleuchten. „In einem interkulturellen Team begegnen sich Kollegen flexibler, um gemeinsame Lösungen und Werte zu finden und letztendlich eine Teamkultur zu schaffen. Tun sie das, ist es eine große Chance, nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für jeden einzelnen sich weiterzuentwickeln“, sagt sie.

Doch der Lerneffekt durch und für die Weltenbummler beschränkt sich nicht auf Interkulturelles: Valentina Popescu arbeitete in Prag im Backoffice für einen Kunden, bevor sie nach Eschborn ging. „Mein Fokus lag ganz auf diesem Kunden. Mit dem Wechsel nach Eschborn hat sich mein Blick auf das große Ganze geweitet. Ich habe die Gruppe Deutsche Börse viel besser kennen gelernt, seit ich hier bin.“ Neben dem Perspektivenwechsel lernen sie auch, Brücken zwischen den Standorten zu bauen, denn in ihr neues Büro bringen sie nicht nur ihre Berufserfahrung ein. Sie wissen um die Besonderheiten ihres früheren Standortes, haben sich dort ein Netzwerk aufgebaut. In ihrer neuen Umgebung werden sie zum Vermittler und „Übersetzer“, wenn Kontakte oder Erklärungen vonnöten sind. „Meine Kollegen in Chicago wollen sich weiterentwickeln, auch mal an bereichsübergreifenden Projekten teilnehmen. Ich kenne die Kultur und Abläufe verschiedener Standorte. Mein Wissen gebe ich weiter und helfe den Kollegen auf diese Weise, ihr Ziel zu erreichen“, sagt Vassilis Vergotis.