Interessen verbinden

ambition - regulatorische Strategie

Wir entwickeln faire Märkte



Fehlende Transparenz, unbesicherte Positionen, ineffizientes Risikomanagement, Lücken in der Regulierung der Finanzmärkte – diese und weitere Faktoren haben vor einigen Jahren zu einer Destabilisierung des Finanzsystems beigetragen, die letztlich in eine globale und bereits seit 2008 anhaltende Krise mündete. Um diese zu bewältigen, galt es zunächst, die internationalen Kapitalmärkte durch Regulierung und Aufsicht neu zu ordnen und dadurch nachhaltig Stabilität zu schaffen. Zentraler Bestandteil dieser Neuordnung waren und sind neutrale Finanzmarktinfrastrukturen, wie sie u. a. von der Gruppe Deutsche Börse vorgehalten werden. Sie sind ein Bindeglied zwischen den verschiedenen Kapitalmarktteilnehmern und den Regulierern. Die Anbieter solcher Strukturen tragen eine hohe funktionale, strategische und gesamtwirtschaftliche Verantwortung.

Dr. Alexandra Hachmeister

Head of Regulatory Strategy, Gruppe Deutsche Börse

Sie leitet die Abteilung Regulatorische Strategie im Bereich Public Affairs der Gruppe Deutsche Börse. Zudem ist sie Mitglied im Group Management Committee.

Aktuelle Entwicklungen

Von der Selbstverpflichtung der G20-Staaten gingen u. a. die Impulse zur Regulierung des außerbörslichen Derivatehandels aus, die durch die Europäische Marktinfrastrukturverordnung EMIR von 2012 Gestalt angenommen haben. Auch die aktuelle Regulierung des Handels mit Finanzmarktinstrumenten (MiFID/MiFIR) sowie der Zentralverwahrer (CSD-R) und schließlich der Erstellung und Verbreitung von Benchmarks hat zum Ziel, die Fehler, die zur Finanzkrise geführt haben, regulatorisch zu beheben.

Regulierung und Wachstum müssen sich verbünden

Eine intelligente Regulierung der europäischen Kapitalmärkte kann sich als Motor erweisen, der die Finanzbranche antreibt. Vor dem Hintergrund des Wettbewerbs v. a. mit den Finanzstandorten Asiens und der USA ist das von besonderer Bedeutung. Der internationale Wettbewerb zeigt aber auch, dass es in Europa an der Zeit ist, auch Wachstum wieder stärker in den Blick zu nehmen und Investitionen und Innovationen zu fördern. Dies ist das Kernanliegen der Europäischen Kapitalmarktunion. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sie 2015 initiiert, um grenzüberschreitende Kapitalflüsse zu stärken und den Unternehmen besseren Zugang zu Finanzmitteln zu verschaffen. Die Deutsche Börse unterstützt dieses wichtige Projekt und trägt dazu nach Kräften bei. So hat sie z. B. das Deutsche Börse Venture Network etabliert.

Regulierung effizient umsetzen

Transparenz, Fairness, Neutralität, Stabilität und Effizienz sind die Grundwerte der Gruppe Deutsche Börse. Deshalb konnte sie sich in den vergangenen Jahren als verlässlicher Partner von Politik und Regulatoren beweisen und ihre Kunden in der marktschonenden Umsetzung der verschiedensten regulatorischen Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette unterstützen. Das ist essenziell für ihre Arbeit als stark regulierter Finanzmarktinfrastrukturanbieter. Regulierung ist heute einer der wichtigsten Treiber ihrer Unternehmensstrategie.

Der Mehrwert dieser Strategie liegt in der gezielten und frühzeitigen Analyse volkswirtschaftlicher und kapitalmarktpolitischer Fragestellungen und Trends im Rahmen von regulatorischen Prozessen. Auf dieser Basis kann ein strategischer Dialog mit der Politik und den Regulatoren über die Wirkung von Regulierung geführt werden. Diesen wiederum setzt die Gruppe Deutsche Börse in Produkte und Services um, die allen Marktteilnehmern zugutekommen. Beispiele für solche Lösungen sind die neue Plattform zur regulatorischen Berichterstattung (mehr hierzu im Beitrag „Unsere Kunden reden mit “) oder die Nachhandelsangebote im Zusammenhang mit TARGET2-Securities („Eine neue Architektur des Vertrauens“).